July
2008
Evaluation1
Hallöchen – ich schon wieder!
Ich habe eine Weile nachgedacht. Am Montag waren wir ja nun zum letzten Mal in diesem Semester im Medienzentrum am Ehrenberg. Und aus diesem Grund, denke ich, ist es Zeit, eine Rückblende bzw. Bewertung abzugeben. Ich habe auch darüber nachgedacht, welchen Sinn und Zweck Evaluationsbögen der Uni haben. Natürlich wissen wir alle, dass sie dem Dozenten der Verbesserung seiner Vorlesung oder wie in unserem Fall der “Praxiswerkstatt” dienen sollen. Die Frage ist nur, finden nach unserer ehrlichen und kritischen Bewertung (mit zahlreichen Erläuterungen, die in den meisten Fällen ähnlich ausfallen dürften) überhaupt irgendwelche Veränderungen statt? Seien wir doch mal ehrlich, wir können es nicht mehr nachprüfen – außer wir wiederholen einen Kurs freiwillig. Doch falls nicht, ist es der Willkür des Dozenten überlassen, sich der Tipps und kritischen Anmerkungen – evtl. auch an seiner Person – anzunehmen oder eben nicht. Feststellen werden das wohl erst die nächsten “Erstis”. Hach ja, welch Wehmut ergreift mein Herz – bald ist das Studium halb rum und dabei hat es doch gerade eben erst angefangen!
Aber zurück zum Thema. Wie war denn nun das Praktikum im Fach ElDok? Bemerkenswert positiv war die Entscheidung, unseren Studiengang in kleinere Gruppen aufzuteilen und zu verschiedenen Terminen einzuladen. Leider konnten wir der Einladung nur nach langem Antrittsweg folgen. Ich bin mir im Klaren, dass Rechenkabinette begehrt und nicht leicht zu organisieren sind, dennoch hat nicht jeder ein Auto! Und wer mit dem Bus fahren musste, hatte immer erst eine 45-minütige Stadtrundfahrt vor sich, ehe man am Medienzentrum angelangte. Darauf waren die Anfangs- und Endzeiten des Praktikums jedoch nicht ausgerichtet. Außerdem bleibt zu bemängeln, dass, wenn man schon den weiten Weg auf sich nimmt, man doch wenigstens mit modernster Technik rechnen darf! So war dem aber nicht. Obwohl in allen RTKs am Campus beispielsweise bereits Indesign CS3 vorhanden war, arbeiteten wir im RTK 4 immer noch mit der veralteten Version Indesign CS2! Lapidar sagen Sie? – Nein! Dies behinderte den Arbeitsprozess insofern, dass unsere “Chef-Layouterin” Sandy nicht arbeiten konnte bzw. gar nicht erst anfangen brauchte, da die in CS2 erstellten Dateien für sie unbrauchbar waren – an ihrem PC zu Hause hat sie bereits CS3 und mit diesem können alte Dateien nicht mehr geöffnet bzw. bearbeitet werden. Wie dumm…
Was ich allerdings am bemängelnswertesten fand, war die inhaltliche Organisation. Zum einen waren die Praktikumsaufgaben bei unseren ersten Praktika nicht wie vereinbart 14 Tage vorab im Netz zu finden. Zum anderen waren die Vorkenntnisse überhaupt nicht berücksichtigt worden. So saßen absolute Anfänger mit keinerlei Kenntnissen in der einen Gruppe neben Kommilitonen, die bereits eine Ausbildung in diesem Bereich absolviert hatten. Ich bin der Ansicht, dies wurde falsch gehandhabt. So langweilte sich die “Profi-Partei” immens und empfand die Aufgaben im Bereich “Photoshop” und “Indesign” als unterfordernd und überflüssigen Zeitvertreib, wohin gegen die Laien zu rudern hatten, überhaupt eine der langatmigen Aufgabenstellungen innerhalb der 3-stündigen Praktikumsphase zu bewältigen und mussten sogar noch lange nacharbeiten. Wäre nicht das Hochladen auf dem Linux-Account als Bedingung gegeben gewesen, hätten alle anderen Aufgabenteile gut und gerne zu Hause erledigt werden können.
Eine kleine Lanze muss ich aber doch noch für Linus brechen. Egal wie sehr wir am Anfang darauf geschimpft haben und dachten, wir bräuchten dieses System nicht – was allerdings immer noch der Fall ist – hat mich diese Aufgabe dennoch dem PC um einiges näher gebracht. Einmal erlernt, waren die Befehle leicht und schnell auszuführen. Und auch wenn das Ganze wenig mit Programmieren à la Java zu tun hatte, fühlte man sich doch etwas stolz, dieses andersartige System beherrschen gelernt zu haben. Danke Herr Kreuzberger für diese Errungenschaft!
Resümierend ist aber festzustellen, dass Profis dieses Praktikum nichts gebracht hat, da sie bereits alles wussten und Laien in der kurzen Zeit und ohne große Hilfestellung des Dozenten allein dastanden und so ebenfalls nicht viel mitnahmen.
Ganz und gar ins Hintertreffen ist außerdem unsere eigentliche Aufgabe des Booklets geraten. Anstatt uns darüber weiter Gedanken zu machen, zu diskutieren und zu gestalten, haben wir stundenlang andere Aufgaben erledigen müssen, die wie oben erläutert wenig Erfolg hatten. Warum durften wir erst ab dem 4. Praktikum an unseren Booklets arbeiten?! Warum durften wir dann aber auch immer nur im letzten Drittel des Praktikums daran arbeiten und mussten dennoch Zusatzaufgaben machen? Und warum sollte dann plötzlich am Ende des 5. Praktikums (also vielleicht nach 2 Praktikumsstunden) nahezu das gesamte Booklet fertig sein?! Das ist absolut unrealistisch! Nun ist das letzte Praktikum vorüber und eigentlich stehen wir genau dort, wo wir in den letzten Semesterferien bei Abgabe des Konzepts ebenfalls standen. Und die ganze Arbeit müssen wir nun in unseren Sommer-Semesterferien erledigen, und zwar per Mail-Kontakt, da jeder bei sich zu Hause ist. Wie unlogisch! Mir fehlt hier eindeutig der effektive Zeitplan. Natürlich konnten wir auch außerhalb des Praktikums daran arbeiten, aber leider haben wir noch viele andere zeitintensive Fächer. Und nicht jeder hat Indesign und Photoshop zu Hause – aber wer will stundenlang im muffigen RTK in seiner Freizeit verbringen!?!?!
Die nächste Etappe heißt nach den Prüfungen also Booklet – wir kommen!
Ach, meine liebe Maria, du sprichst mir mehr als aus der Seele mit diesem Artikel!
Schön, dass wenigstens du die Sache auch so siehst!
Nun viel Erfolg beim lernen, dass alles, aber auch alles, in deinem schlauen Köpfchen hängen bleibt.
Bis morgen!
hdl
Sandra